Die Photovoltaik-Anlage am Krankenhaus von Kayanza ist nun fertiggestellt und liefert ausreichend Strom um das ganze Krankenhaus mit der benötigten Energie zu versorgen. Da die öffentliche Stromversorgung sehr unzuverlässig ist und es immer wieder zu längeren Ausfällen kommen kann, ist damit jetzt eine Lösung gefunden.
Die Versorgung mit elektrischer Energie ist besonders wichtig, im Hinblick auf den zuverlässigen Betrieb von Inkubatoren, den Kühlschränken, des OPs, der nun jederzeit möglichen Röntgendiagnostik,
dem kontinuierlichen Betrieb der Sauerstoffproduktionseinheit, des Krankenhausinformationssystems, etc.
Unsere Solar-Anlage in Kayanza ist die derzeit größte Anlage in Burundi, die nicht mit Hilfe der UN und deren Fachleuten erstellt wurde.
Wichtig vor der Umsetzung war, daß eine zuverlässige Firma gefunden werden mußte, die das Projekt technisch realisieren könnte. Für die Auswahl war maßgeblich, dass die Firma vor Ort präsent und somit jederzeit ein
kompetenter Ansprechpartner im Land vorhanden ist.
Vor der Installation der Photovoltaik-Anlage musste zuerst das ganze elektrische System am Krankenhaus grunderneuert werden um auf einen Stand zu kommen, damit diese Anlage auch Sinn macht.
Für beide Arbeitsschritte, Grunderneuerung und Installation der Anlage, konnten wir nach langem und intensiven Suchen eine Firma ausfindig machen, deren Inhaber in Aachen Elektrotechnik studiert hat,
gut Deutsch spricht und uns nach einer persönlichen Begegnung geeignet erschien das Projekt durchzuführen.
Die elektrische Erneuerung lief sehr gut und problemlos. Schwierig wurde es, als die gesamte Photovoltaik-Anlage, die aus China kam geliefert werden sollte. Durch neue Seetransportbestimmungen,
durften die Lithium-Batterien (Brandgefahr) nicht mehr in
handelsüblichen Containern transportiert werden, sondern mussten in Spezialcontainern auf das Schiff. Diese waren noch nicht in sehr großer Zahl vorhanden. Deswegen war es ein Kampf, einen
Container zu bekommen und dann auch noch einen Transport nach Daressalam durchzuführen. Von dort wurde der Container dann nach aufwändigen Zollformalitäten mit dem LKW nach Kayanza transportiert.
Schließlich führten auch noch die Burundischen Zollbehörden - nur ein Kilometer vor dem Ziel - eine intensive Kontrolle des Containers durch, was nochmals eine Woche in Anspruch nahm. Das alles
verzögerte die Ankunft der gesamten Anlage.
Angekommen in Kayanza wurde zügig mit dem Aufbau und der Installation begonnen - die ursprüngliche Zeitvorgabe wurde um einen Monat verlängert.
Ein von uns nach aufwändiger Suche bestellter Prüfingenieur war von Vornherein mit involviert. Er prüfte die konzipierte Anlage und überwachte die Installations-Arbeiten regelmäßig auf eventuelle Mängel. Er konnte am Ende die einwandfreie, vollständige Installation und Funktion bestätigen. Somit ist es gelungen, ein so großes Projekt sach-, fach- und zeitgerecht umzusetzten.
Das ganze Projekt wäre aber nicht möglich gewesen, ohne die Geldgeber von der CDU-Fraktion des Landtags Baden-Württemberg. Es folgte die Zustimmung des Staatsministerium, wo das Projekt nochmals
geprüft und freigegeben wurde, bis schließlich bei der Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) der Antrag gestellt werden konnte und von wo auch das Geld ausbezahlt wurde. Allen
beteiligten Institutionen sei ganz recht herzlich für die reibungslose, gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit gedankt.
Aber auch in Gengenbach hatten wir Fachleute, die uns hervorragend beraten haben, ohne diese hätten wir nicht angefangen, das Projekt zu beginnen.
Da ist zum einen ein Fachmann, der uns in allen Belangen der Technischen Details beraten hat und sogar kurzfristig den Telefonhörer in die Hand nahm um mit dem Inhaber der Burundischen Firma zu
telefonieren, um letzte Unklarheiten der technischen Details zu klären. Auch hatten wir einen Juristen, der den zu schließenden Vertrag mit aufgesetzt hat. Dafür sei beiden recht herzlich
gedankt.